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SBV gibt Theater-Vademecum heraus

THEATER - VOM HANDWERK ZUM KUNSTWERK

 

Warum es Theater braucht, woher und wohin bei ihnen das Geld fliesst, wer sie beeinflusst und wie sie funktionieren. Diesen Hauptkapiteln ist eine Broschüre gewidmet, die der Schweizerische Bühnenverband (SBV) earbeitet hat, bereits in zweiter Auflage erschienen und noch solange Vorrate erhältlich ist.

 

 

Die 60 Seiten umfassende Publikation will Aussenstehenden unter anderem die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Rolle und Bedeutung der Theater bewusst machen, deren betrieblichen Eigenheiten, Tätigkeitsbereiche und Produktionsabläufe erklären, einige ihrer Dauersorgen und aktuellen Problemfelder aufzeigen sowie ihr Finanzierungssystem darstellen. Die Broschüre richtet sich besonders an Entscheidungsträger in Politik und öffentlicher Verwaltung, aber auch an weitere Interessierte, für die die Theaterwelt oft als ein „Buch mit sieben Siegeln“ erscheint.

 

Von Tradition und Geldsorgen

Zu Unrecht, denn die kleine Schweiz gehört zu den grossen Theaternationen Europas. Kaum ein Dorf ohne seine Liebhaberbühne. Kein Städtchen, in dem nicht regelmässig irgend eine Gruppe der freien Theaterszene aufträte. Und keine bedeutende Stadt ohne ihre Berufsbühnen mit festen Spielstätten und allabendlichen Vorstellungen auf einem künstlerischen Niveau, das sich auch international sehen lassen darf – vom schlichten Kellertheater, über das Stadttheater bis hin zur Musicalhalle in einer umgenutzten Fabrik.

Doch der Weg von der tief im Volk verankerten Theaterkultur des Mittelalters bis zum professionellen Theater unserer Tage war lang. Mittlerweile anerkennt zwar die Politik dieses als öffentliche Aufgabe und stellt dafür auch Steuergelder bereit. Wer aber von Bund, Kantonen und Gemeinden welche kulturellen Leistungen tragen soll, erhitzt bis heute die Gemüter.

 

Kulturpolitische Debatte nötig

Die 2008 vom Bundesparlament zu beratenden Entwürfe für ein Kulturförderungsgesetz und ein neues Pro Helvetia-Gesetz bieten die Gelegenheit für eine landesweite Grundsatzdebatte über unsere künftige Kulturpolitik. Und die von der Schweiz massgeblich mitgeprägte UNESCO-Konvention zur Sicherung der kulturellen Vielfalt, fordert uns auf, uns zugleich auf internationaler Ebene einzubringen, die Vereinbarung rasch zu ratifizieren und so dem globalen Kultureintopf und der Verkommerzialisierung der Kultur zu begegnen. Eine breite kulturpolitische Diskussion drängt sich auch aus der Sicht der Theater auf. Denn diese sind heute gesellschaftlichen, rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Umwälzungen ausgesetzt, denen sie sich nicht entziehen können.

 

 

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