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Verordnung zur Bühnentänzer-Ausbildung

VORBEHALTE MODIFIZIERT

 

Der Schweizerische Bühnenverband (SBV) begrüsst die Absicht des Bundes, die Ausbildung der Tanzschaffenden landesweit zu regeln und dafür eine Grundausbildung mit einheitlichen Kriterien vorzusehen. Nach anfänglicher Skepsis steht er heute auch hinter der Absicht, den Tänzer(innen)beruf auf dieser Stufe nach klassischen und modernen Tanzformen aufzusplitten.

 

Die unübersichtliche Ausbildungslage der Tanzschaffenden in der Schweiz soll neu durch eine berufliche Grundbildung abgelöst und ab 2009 mit je einem Pilotprojekt in den Kantonen Waadt und Zürich eingeführt werden. Damit würde den angehenden Bühnentänzer(innen) eine geregelte Ausbildung mit einheitlichen Standards zuteil und ihnen der Zugang zum Be-rufsbildungssystem der Schweiz eröffnet.

 

Was will die Verordnung?

Zu diesem Zweck hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) einen Verordnungsentwurf in die Vernehmlassung geschickt. Er zielt darauf ab, Tanzschaffenden einen anerkannten Abschluss auf der Sekundarstufe II zu ermöglichen, der sie zur Berufsausübung als Bühnentänzerinnen und –tänzer in Ensembles an Theatern und in freien Kompanien befähigt . Zusammen mit der Berufsmatura öffnet das eidgenössische Fähigkeitszeugnis den Zugang zur Hochschulstufe, insbesondere zum bereits bestehenden Studiengang Tanzpädagogik und zurzeit entstehenden Bachelorstudiengängen an Fachhochschulen. Die berufliche Grundausbildung ist auf drei Jahre ausgelegt, wird als Berufsfachschule angeboten und umfasst berufskundliche Fächer, allgemein bildende Fächer und Englisch im Umfang von 1200 Lektionen. Dabei sollen Studienanwärter zwischen zwei Fachrichtungen wählen können: dem klassischen Tanz und dem zeitgenössischen Tanz.

 

Die Haltung des SBV

In seiner Stellungnahme gegenüber dem BBT befürwortet der Bühnenverband die mit der neuen Verordnung verfolgten Ziele. Ebenso unterstützt er die Einführung eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses, mit welchem dem künstlerischen Tanz die ihm gebührende Wertschätzung zugedacht wird und der weitergehende Studien an entsprechenden Fachschulen ermöglichen soll. Als positiv wertet er schliesslich den damit verbundenen Pilotversuch, den der SBV als „wichtigen Schritt auf dem Weg zur Anerkennung dieses anspruchs-vollen Berufes durch die Behörden“ erachtet.

 

Nach anfänglichen Vorbehalten gegenüber der Absicht, die Tänzer(innen)-Ausbildung nach zwei Fachgebieten aufzusplitten und einem Plädoyer für einen ganzheitlichen Lehrgang, der sowohl klassische als auch moderne Tanzformen beinhaltet, steht der SBV heute hinter dem geplanten Grundschulmodell. Denn dieses hält alle Optionen für eine weitergehende Ausbildung auf Fachhochschul-Ebene offen. Hingegen hält der SBV die Grundausbildung von drei Jahren als zu knapp bemessen; es sei denn, ihr gehe eine mehrjährige tänzerische Elementarschulung vom 7. bis 14. Altersjahr unter professioneller Leitung voraus.

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